RAM - ein paar Erläuterungen zum Arbeitsspeicher
Verwendet man das Akronym RAM bei Computern, so
steht es für „Random access memory“.
Übersetzt heißt das in etwa „Speicher
mit wahlfreiem Zugriff“. Doch was ist ein
wahlfreier Zugriff? Das bedeutet, dass
Sie jedes Byte gespeicherter Daten direkt ansteuern
und dabei alle vorherigen oder nachfolgenden Bytes
außer Acht lassen können.
Der wahlfreie Zugriff unterscheidet sich vom sequenziellen
Zugriff. Ein anschauliches Beispiel dafür:
Der sequenzielle Zugriff funktioniert wie eine
abgesicherte Präsentation, bei der man nur
Bild für Bild ansteuern kann. Wer etwa Bild 19 ansehen
möchte, muss die Reihe von Bild 1 an durchgehen.
Wahlfreier Zugriff würde bei der Präsentation stattdessen
bedeuten, dass sich jederzeit jedes Bild ansteuern
lässt.
RAM und ROM
RAM sind die Speicher-Bausteine des so
genannten Arbeitsspeichers
und unterscheiden sich von den ROM – Speichern.
ROM lautet ausgeschrieben `Read Only Memory´ und steht
damit für Speicher wie Festplatten oder USB-Sticks.
Der entscheidende Unterschied zwischen
ROM und RAM: Während gängige
RAM – Bausteine Daten nur solange halten,
wie der Computer mit Strom versorgt wird, speichern
ROM-Speicher die Daten auch nach Ausschalten des
Computers. Es gibt jedoch auch bei dieser Definition
Ausnahmen: Die so genannten NVRAM-, `Non
Volatile Random Access Memory´ – Bausteine
können Daten auch ohne Stromzufuhr speichern,
spielen aber für den Arbeitsspeicher
normaler Computer heute noch keine Rolle.
Die Aufgaben des Arbeitsspeichers
Jedes Programm, das Sie in Ihrer laufenden
Arbeit am Computer öffnen, füllt den
Arbeitsspeicher
mit Daten. Diese Daten im Arbeitsspeicher,
die in den RAM-Bausteinen zeitweise gelagert werden,
werden vom Prozessor des Computers -benannt als CPU, `Central
Prozessing Unit´- verarbeitet. Die Daten
werden im Arbeitsspeicher
in Speicherzellen abgelegt (Größe:
1 Byte), die wiederum in Zeilen, sog. `Pages´ organisiert sind.
Verbunden sind Arbeitsspeicher
und CPU durch so genannte Bussysteme. Das Wort
„Bus“ ist bildlich passend, da Bussysteme
tatsächlich für den Transport zuständig
sind: Etwa von Daten und deren Information darüber,
wo diese gespeichert wurden (Adressbus).
Ein kleiner Teil der RAM – Bausteine dient
als so genannter Cachespeicher. Er ist direkt
mit dem Prozessor verbunden und erlaubt besonders
schnelle Zugriffe auf Daten. Im Cache werden deshalb
zwischenzeitlich Daten gespeichert, die während
des Arbeitens am Computer besonders häufig
gebraucht werden. Die Speicherung erfolgt stets
nur kurze Zeit; seltener verwendete Daten im
Cache werden durch aktuell häufiger genutzte
ersetzt.
RAM ist nicht gleich RAM
Widmen wir uns ein wenig den RAM, den Speicherbausteinen.
Sie lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen.
Da wäre einerseits die Unterscheidung zwischen
DRAM, `Dynamic RAM´ und SRAM, `Static RAM´. Bei den
preiswerter herzustellenden DRAM – Bausteinen
muss nicht nur eine Stromzufuhr bestehen, damit
der Speicherinhalt erhalten bleibt. Zusätzlich
muss der Speicherinhalt immer wieder in kurzen
Abständen durchs System erneuert werden,
da er sonst ebenfalls verloren ginge: Der Vorgang
nennt sich Refresh. Mit DRAM – Bausteinen
lässt sich langsamer arbeiten als etwa mit
SRAM, dafür kann man in DRAM – Bausteinen
mehr Daten vorübergehend speichern. SRAM–
Bausteine werden häufig für den Cachespeicher
genutzt. Auch sie verlieren die gespeicherten
Daten, sobald die Stromzufuhr abbricht. Allerdings
entfällt bei ihnen der Refresh, so dass sich die Zugriffszeiten
auf die Daten verkürzen.
DRAM ist nicht gleich DRAM
Beschäftigen wir uns noch etwas mit
den eigentlichen Arbeitsspeicher-Bausteinen,
den DRAM-Bausteinen. DRAM-Bausteine wurden im
Lauf der Zeit weiterentwickelt; wer mag, kann
hier von einer Art Evolution sprechen, ältere
Bauweisen wurden zugunsten neuerer verdrängt.
Bei der Weiterentwicklung ging es unter anderem
darum, den Lese/Schreibzugriff auf die Speicherbausteine
zu beschleunigen.
Schauen wir uns kurz die Phasen dieser Evolution
an:
1987 wurden die FPM-DRAM-Bausteine
eingeführt. FPM steht dabei für „Fast
Page Mode“. Bereits bei diesen Speicherbausteinen
wurden zwei wichtige Methoden des Speicherzugriffs
auf Daten unterstützt: Das Paging und der
Burst-Modus. Beim Paging merkt sich der Prozessor
sozusagen die Adresse der Zeile, in der die erforderlichen
Daten gespeichert sind und verändert nur
die Adresse der jeweiligen Spalte der Zeile, in
der die erforderlichen Speicherzellen liegen.
Das beschleunigt den Datenzugriff. Beim Burst-Modus
nutzt der Computer zusätzlich die Tatsache,
dass meist Daten aus nebeneinander liegenden Speicherzellen
gleichzeitig gebraucht werden. Also werden ganze
Datenblöcke übertragen, was wiederum
den Datenzugriff beschleunigt.
EDO-RAM war eine Weiterentwicklung, die eine höhere
Datentransferrate als die der FPM-RAM-Bausteine erlaubte.
Einen großen Schritt nach vorne machte die
Speichertechnologie für Arbeitsspeicher
durch die SD-RAM-Technologie. Romantiker mögen
sagen: die Herzen von CPU und RAM – Bausteinen
schlagen hier im Einklang. Andere drücken
es nüchterner aus: Eingehende und ausgehende
Signale verarbeiten die SD-RAM-Bausteine synchron
zum Takt des Systems, so dass die Zugriffszeiten auf Daten
noch einmal deutlich verkürzt werden. SD-RAM-Bausteine
können zusätzlich mehrere Schreib-/Lesevorgänge
gleichzeitig bearbeiten, so dass wiederum
die Zugriffszeiten…
DDR
DDR-SDRAM ist eine erneute Weiterentwicklung im Bereich des
Arbeitsspeichers.
Datenspeicherung ist ja im Prinzip nichts anderes
als der stetige Wechsel zweier Zustände: 0 (Strom
aus) und 1 (Strom an). Auch die Taktung eines
Computers funktioniert so. Die Taktfrequenz des
Computers gibt an, wie viele Spannungsimpulse
pro Sekunde folgen. Eine höhere Taktung des
Computers bedeutet in der Regel eine schnellere
Abarbeitung anstehender Aufgaben. DDR-SDRAM nutzt
nun nicht allein die Zeiten der Spannungsimpulse,
sondern auch die Zeit abfallender Spannung zur
Datenübertragung, was Zugriffsgeschwindigkeiten
auf Daten verdoppelt. RDRAM ist Konkurrenz zur
SDRAM-Technologie und wurde 1999 auf den Markt
gebracht. Die RDRAM-Technologie wird auch Rambusspeicher genannt,
da sie vom gleichnamigen Unternehmen entwickelt
wurde. Der Rambusspeicher erlaubt sehr schnelle Zugriffzeiten,
benötigt allerdings ganz bestimmte Mainboards
und für diese konzipierte Bussysteme. Wie auch
DDR-SDRAM nutzt RDRAM beide Flanken des Taktsignals
(aufsteigendes und absteigendes Signal) zur Datenübertragung.
Speichermodule
RAM Bausteine werden in sogenannten Speichermodulen
miteinander verbunden. Es sind die Speichermodule,
die in die Steckplätze des Computers gesteckt
werden. Als mittlerweile veraltete Version dieser
Module existieren die SIMM-Module. Sie besitzen
72 Pin, mit denen sie im jeweiligen Steckplatz
des Computers verankert wurden. SIMM steht für
„Single In Line Memory Module“.
Die moderne und heute für den Arbeitsspeicher
gängige Variante sind DIMM-Module mit 168
Pin. DIMM steht für „Dual In Line Memory
Module“. Der wesentliche Unterschied beider
besteht in den Zugriffszeiten auf die gespeicherten
Daten. Während diese Zeiten bei SIMM-Modulen
etwa bei 60 bis 70 Nanosekunden liegen, reduzieren
sie sich bei DIMM – Modulen auf 6 bis
12 Nanosekunden.
Neben diesen beiden Varianten gibt es noch die
RIMM-Module. Sie sind speziell für die Speicherbausteine
RDRAM des Unternehmens Rambus konzipiert.
Wie viel Arbeitsspeicher braucht
der Mensch?
Man kann sich durchaus überlegen, den eigenen
Computer mit zusätzlichem Arbeitsspeicher
aufzurüsten. Je komplexer die Programme sind,
die man verwendet, desto eher ist ein großer
Arbeitsspeicher
notwendig. Man braucht zusätzliche RAM –
Bausteine. Ein Arbeitsspeicher
von 256 MB gilt heutzutage als Minimum. Wer allerdings
in erster Linie Texte verarbeiten möchte,
Officeprogramme nutzt, kann bereits damit bestens
klar kommen. Verwendet man seinen Computer für
komplexe Bildverarbeitung, nutzt neueste Spiele,
Audio- und Videoschnittprogramme muss man allerdings
auf höheren Speicherplatz im Arbeitsspeicher
setzen. Ein Arbeitsspeicher
mit 512 MB reicht dann nicht mehr aus. Man geht
in den Gigabyte-Bereich und nutzt Arbeitsspeicher,
die bis zu 4 Gigabyte groß sind.
Lassen
Sie sich beim Kauf zusätzlicher RAM-Bausteine
beraten
Vielleicht sind Sie ja Computerspezialist; dann
werden Sie diesen Text eventuell nur überflogen
haben, weil er Altbekanntes enthielt. Und Sie
können auch diesen kleinen Absatz überspringen,
da Sie wahrscheinlich genau wissen, wie Sie Ihren
Computer mit zusätzlichem Arbeitsspeicher
aufrüsten.
Sind Sie kein Computerspezialist, so
sollten Sie sich umfassend beraten lassen. Der von Ihnen gekaufte
Arbeitsspeicher muss nämlich zur vorhandenen Systemarchitektur
passen; z.B. zum Mainboard und zu dessen Taktfrequenz.
Die einzelnen Speichermodule
sollten auch zueinander passend ausgesucht werden,
denn sonst könnte man schnell Probleme bekommen.
Darüber hinaus sollten Sie bei Bausteinen für den Arbeitsspeicher
auf Markenprodukte setzen. Gängige Marken sind beispielsweise Infineon, CompuRAM
oder Kingston. Ein nicht unwichtiges Kriterium beim Speicherkauf
ist die sogenannte CAS-Latency (CL). Sie gibt
die Zeit an, die zwischen dem Lesen und der Ausgabe
von Daten vergeht. Geringere CL — schnellerer
Datenzugriff. Und zu guter Letzt: Auch das BIOS Ihres
Systems sollte kompatibel zu den von Ihnen erworbenen RAM-Bausteinen
sein. Im BIOS, dem `Basic Input
Output System´ sind grundlegende Steuerfunktionen
des Computers verankert, von denen einige auch
den Arbeitsspeicher
betreffen.
Was muss ich ausgeben?
Preise für Arbeitsspeicher
variieren fast wie Börsenkurse. Manch einer
fühlt sich daher wie ein Börsenmakler
beim Kauf von RAM – Bausteinen; er beobachtet
Tageskurse und schlägt im richtigen Moment
zu. Falls Sie nicht ganz so fit an dieser Börse
sind: Ein Händler Ihres Vertrauens unterstützt
Sie auch gerne dabei, den richtigen Zeitpunkt für
Ihren Kauf zu wählen.
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