Die Auswirkungen sinkender DRAM-Preise

Autor admin

Für die gesamte Performance bzw. Geschwindigkeit eines Computers ist, neben dem Prozessor, der Arbeitsspeicher mindestens genauso wichtig. Während die meisten PC-Anwender für CPUs und Grafikkarten jedoch bereit sind gutes Geld zu zahlen, wird beim Kauf von Arbeitsspeicher gerne gespart.
Eine Erweiterung des Arbeitsspeichers gilt als einfachste Methode einem PC zu größerer Leistungsfähigkeit zu verhelfen. Der Arbeitsspeicher, kurz RAM, ist sozusagen das Kurzzeitgedächtnis eines Computers. RAM steht für „Random Access Memory“. Ohne RAM, dessen Inhalt bei Unterbrechung des Stromkreises verloren geht, läuft gar nichts. Die meisten Speicherchips basieren in der heutigen Zeit auf DRAM. DRAM bedeutet dynamischer RAM und muss alle paar Millisekunden neu beschrieben werden, damit der Inhalt nicht vergessen wird. Da RAM und CPU sehr eng zusammenarbeiten sollte man sich gerade in der heutigen Zeit für ein etwas besseres RAM-Modul entscheiden, welches mit entsprechend guten Zugriffszeiten aufwarten kann. Klar sind die extrem billigen Angebote für No Name Speicher sehr verlockend, doch auch die Marken-Module sind inzwischen durchaus für jeden erschwinglich. Die DRAM-Preise befinden sich nun schon seit längerer Zeit in einem Sturzflug. Speichermodule gibt es heute vergleichsweise zu absoluten Schleuderpreisen, was am Überangebot auf dem Markt liegt. Verschiedene Prognosen behaupten sogar, dass sich am Preisniveau von DRAM kaum etwas ändern wird, da das Überangebot auf dem Markt zu einem gnadenlosen Wettbewerb zwischen den Anbietern führt und dadurch ein enormer Preisdruck entstanden ist. Dieser Wettbewerb wird durch die inzwischen vielen No Name Hersteller zusätzlich angeheizt. Viele DRAM-Hersteller haben deshalb bereits hohe Verluste erlitten bzw. müssen auch in naher Zukunft weiterhin mit hohen Verlusten rechnen. Durch die konstant sinkenden DRAM-Preise sind die Hersteller natürlich zum Handeln gezwungen, sofern sie nicht längst Maßnahmen ergriffen haben. Einige Speicherchipspezialisten haben ihren Chip-Ausstoß um ein vielfaches erhöht, was allerdings nicht zum erhofften Ziel geführt hat. Der Umsatz der Chip-Hersteller ging weiter zurück, da sie nicht in der Lage waren, den Preisverfall durch die gesteigerte Produktion aufzufangen. Viele Firmen versuchen die finanziellen Verluste, die aus dem DRAM-Preisverfall entstehen, durch Abbau von Personal oder anderen Einsparmöglichkeiten zumindest zu reduzieren. Inzwischen haben sogar einige Hersteller ihre Kapazitäten der schwachen Nachfrage angepasst und sie gekürzt. Experten glauben aber, dass nur weitere Kapazitätskürzungen und eine damit verbundene weitere Absenkung der produzierten DRAM-Mengen weltweit für Entspannung sorgen kann. Da eine Erholung der Speicherchippreise bei weitem nicht in Sicht ist, haben andere Anbieter auch schon zu drastischeren Maßnahmen gegriffen und haben bereits den Verkauf von DRAMs in den Spottmarkt gestoppt. Sie erfüllen nur noch ihre Vertragspflichten. Auf jeden Fall kann man sagen, dass die Firmen auf den DRAM-Preisverfall reagiert haben. Das beweisen auch zahlreiche andere Beispiele. Viele DRAM-Produzenten bauen beispielsweise DRAM-Bauformen mit weniger Konkurrenz, Kombichips oder NAND-Flash-Speicherchips um ihre Verluste auszugleichen oder die Profite zu retten. Viele Chiphersteller haben auch ihre Speicherchipsparten in eigenständige Unternehmen ausgegliedert, um so den Preisschwankungen dieses Marktes zu entgehen. Viele große DRAM-Hersteller suchen sich mittlerweile auch Partner für Investitionen in Fertigungswerke, um sich anschließend den Chipausstoß zu teilen.Ob und wann es zu einer Konsolidierung der Speicherchipbranche kommt, ist momentan überhaupt nicht abzusehen. Während DRAM-Hersteller in naher Zukunft wieder mit steigendem Umsatz rechen, sind Marktforscher davon überzeugt, dass sich die momentane Situation leider nicht so schnell ändert.

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