Über den (Un-)Sinn von RAM-Kühlern

Manche RAM-Module sind mit mal mehr, mal weniger aufwändigen Kühlkörpern ausgestattet, andere scheinen auch ohne sehr gut auszukommen. Wir gehen auf die wichtigsten Fragen zum Thema Arbeitsspeicherkühlung ein.

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| Tom Bauer | 1 Antwort
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Manche RAM-Module sind mit mal mehr, mal weniger aufwändigen Kühlkörpern ausgestattet, andere scheinen auch ohne sehr gut auszukommen. Zudem bieten einige Arbeitsspeicherhändler aktive RAM-Kühlung zum Nachrüsten an – vom einfachen Heatspreader bis hin zur aufwändigen Kühlkonstruktion, v.a. im Gaming-Umfeld bisweilen in ausgefallenen Ausführungen und aufsehenerregenden Designs.

Wir gehen auf die wichtigsten Fragen zum Thema Arbeitsspeicherkühlung ein:

Übersicht:

Was nützt ein RAM-Kühleraufsatz? Ist es überhaupt sinnvoll, Arbeitsspeicher aktiv zu kühlen?

Einfache Heatspreader bieten den Speicherchips etwas Schutz bei ihrem Transport und Einbau. Wer seine RAM-Module jedoch sachgemäß behandelt (vgl. Blogbeitrag „Neue Speichermodule korrekt einbauen“), benötigt dies nicht. Auch haben einige Anwender die Erfahrung gemacht, dass beim Einsatz von Modulen mit Blechverkleidungen – eigentlich für Übertakter konzipiert – gehäuft Probleme beim Einbau und Betrieb auftreten.

Eine Mehrleistung aufgrund eines gekühlten Arbeitsspeichers ist nicht messbar und auch die möglicherweise erhöhte Lebensdauer des Speicherriegels ist angesichts langer Garantie zu vernachlässigen.

Ein Nachteil von Speicherkühlern ist zudem, dass sie Platz benötigen. Häufig tritt dann der Fall ein, dass der Arbeitsspeicher zwar besser gekühlt ist, die Hitzeabfuhr im Gesamtsystem durch den verringerten freien Raum und die behinderte Luftzirkulation aber eingeschränkt wird.

Lüfter arbeiten effektiv, benötigen aber relativ viel Platz im Gesamtsystem. Bildquelle: fotolia.com

Aktuelle, besonders schnelle Speicherbausteine, die aufgrund ihrer hohen Taktfrequenz etwas mehr Abwärme produzieren, sind mit Hilfe von wärmeableitenden Materialien wie z.B. Aluminium und Kupfer (s. unten „passive Kühlung“) vom Hersteller so konzipiert, dass sie auch ohne zusätzliche Kühlvorrichtungen über Jahre sicher und effektiv arbeiten.


Berichte darüber, ein ungekühlter Hauptspeicher würde zu unmotivierten Systemabstürzen oder gar Schmorbränden führen, sind beim normalen Einsatz im Business- oder Privatbereich ohne Umwege in die Sektion „Gerüchteküche“ zu verweisen.

In bestimmten Fällen ist es dennoch sinnvoll und wichtig, RAM aktiv zu kühlen.

In welchen Fällen ist eine zusätzliche Kühlung von RAM notwendig? Und muss es gleich ein separater Speicherkühler sein?

Wenn ein Arbeitsspeicher übertaktet werden soll (overclocking, OC) wie es insbesondere im Gaming-Umfeld an der Tagesordnung ist, so ist es wichtig, ihn zusätzlich aktiv zu kühlen, um Systemausfälle und Schäden durch Überhitzung zu vermeiden.

Gerade bei Gamern kommt der Kühlung ihrer Arbeitsspeicher auch eine visuelle Bedeutung zu. Außergewöhnliche Kühlkonstruktionen und -designs sind mit ihrer aufsehenerregenden Optik – von der Farbgebung über das stilisierte Herstellerlogo bis hin zur kompletten Transformers-Aufmachung – ein Blickfang und sorgen für einen prestigeträchtigen Spaßfaktor beim Anwender.

Insbesondere RAM-Module im Serverumfeld sind häufig mit einer etwas aufwändigeren passiven Kühlung ausgestattet, da diese nach Spezifikationen und mit Kapazitäten (64GB – Stand 11/2013) jenseits der Größenordnungen von Arbeitsspeichern im normalen Notebook- und Desktopumfeld gefertigt werden. Auch finden sich z.B. in aktuellen Server-Systemen mit Intel E5-4600 XEON bis zu 46 Slots für DIMM. Bei einer vollständigen Bestückung kann es dann schon mal wärmer werden, so dass es auch hier Sinn macht, auf eine optimale Kühlung der verbauten Module zu achten.

Welche Kühlungsarten gibt es?

Passive Speicherkühler

  • … können mit Metallklammern auf dem Speichermodul festgeklemmt oder mit Hilfe wärmeableitenden Klebepads direkt auf den Chips festgeklebt werden.
  • Sie sind aus speziellen Metallen gefertigt, die die entstehende Abwärme besonders effektiv ableiten. Meistens wird Aluminium oder Kupfer verwendet.
  • Hochmoderne Nano-Wärmeableitungstechnologie (Nano Thermal Dissipation Technology – NTDT), wie sie in der RAM-Herstellung bislang nur vereinzelt zum Einsatz kommt, soll höchst effektive passive Kühlung selbst für extrem beanspruchten Arbeitsspeicher ermöglichen, so dass auf zusätzliche Kühlkörper verzichtet werden kann.
Arbeitsspeicher

Große Kühlrippen aus wärmeableitendem Metall schaffen eine besonders große Oberfläche. Bildquelle: fotolia.com

Heatpipe – passive Kühlung mit Wärmerohr

  • Passive RAM-Kühlung mit direkt auf das Speichermodul aufgesetzten Kühlrippen kommt bei übertakteten Systemen zum Einsatz. Die großen Kühlrippen aus wärmeableitendem Metall schaffen eine besonders große Oberfläche, über die die Abwärme abgeführt wird.
  • Die Kühlrippen sind zusätzlich an ein oder zwei Wärmerohre (Heatpipes) angeschlossen. Diese nehmen mit Hilfe einer zirkulierenden Kühlflüssigkeit die entstehende Wärme aus dem Speicherriegel auf und leiten sie an die Kühlrippen ab.
  • Vorteil der passiven Kühlung mit Heatpipe: Durch die zusätzliche Kühlung entstehen keine Geräusche, wie es bei Ventilatoren der Fall ist.
  • Wermutstropfen: Diese verhältnismäßig platzaufwändige Kühlung eignet sich nur für geräumige Gehäuse/Tower-PCs.

Aktive Speicherkühler

  • … bestehen aus dem Kühlkörper und einem oder mehreren zusätzlichen Lüftern mit hohen Drehzahlen und werden auf die Speichermodule aufgesetzt.
  • Der Lüfteraufsatz wird mit der Hauptplatine verbunden. Der spezielle Anschluss dafür regelt die Drehzahl der Ventilatoren abhängig von der entstehenden Abwärme.
  • Vor dem Einbau eines voluminösen aktiven Speicherkühlers sollte die Ableitung der Abwärme aus dem Gehäuse genau durchdacht werden – es besteht die Gefahr, dass die Vielzahl der eingebauten Komponenten zu Wärmestaus führt.
  • Nur für den Einsatz in besonders geräumigen Gehäusen geeignet.

FAZIT:


Beim normalen Einsatz des PC-Systems im Business-Umfeld oder auch zu Hause ist keine zusätzliche Kühlung des Arbeitsspeichers nötig. RAM produziert in der standardmäßigen Taktung nur eine geringe Abwärme, welche von den System-Herstellern bereits berücksichtigt ist.

Wer sein System übertakten oder dem Innenleben seines Systems ein optisches Highlight verpassen möchte, kann sich aus einem breiten Spektrum an Kühlkonstruktionen bedienen.



Ein Kommentar zu “Über den (Un-)Sinn von RAM-Kühlern

  1. Prudence Uchi

    Ich würde gern wissen ob man nur OCRam mit höheren Voltzahlen (1;35 oder sogar 1;45 ab DDR4 3800) betreiben kann oder ob das auch bei normalen Riegeln funktioniert, die eigentlich nur für 1,25_v ausgelegt sind?

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