Zu wenig Arbeitsspeicher? Schnelltest mit Windows-Bordmitteln

Wir zeigen Ihnen, wie Sie sicher feststellen können, ob ein RAM-Upgrade das gewünschte Performance-Plus bringt.

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| CompuRAM Redaktion | Schreibe eine Antwort
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Oft braucht es nicht viel, um einen betagten Rechner wieder auf Touren zu bringen. Doch woran merkt man, dass zu wenig Arbeitsspeicher der Grund ist, dass das System nur noch schleppend arbeitet? Wir erklären Ihnen, wie Betriebssystem und Arbeitsspeicher zusammenwirken und liefern Ihnen einige Anhaltspunkte, wie Sie mit Sicherheit feststellen können, ob ein RAM-Upgrade das Arbeitstempo Ihres Rechners beschleunigt.

Zusammenspiel von physikalischem und virtuellem Speicher

Der gesamte Arbeitsspeicher, den Betriebssystem sowie Anwendungsprogramme eines Computers nutzen können, setzt sich aus zwei „Speicher-Arten“ zusammen: Der sogenannte „physikalische Speicher“ befindet sich auf den Speicherchips der im System installierten Module des Random Access Memory (RAM).

Dagegen hat der „Auslagerungsspeicher“, auch „virtueller Speicher“ genannt, seinen Platz auf der Festplatte. Das Betriebssystem hält einen Teil des virtuellen Speichers zum Auslagern von einzelnen Speicherbereichen frei und greift darauf zurück, sobald die Kapazität des physikalischen Speichers knapp wird. Dabei entfernt das Betriebssystem Daten aus dem physikalischen Speicher, bei denen es davon ausgeht, dass der Benutzer diese in absehbarer Zeit nicht wieder brauchen wird, und schreibt sie auf die Festplatte – der Speicherinhalt wird „ausgelagert“. Anschließend lädt das Betriebssystem im physikalischen Speicher neue Daten, die der Benutzer gerade benötigt.

Engpass im physikalischen Speicher – Symptome

Der Auslagerungsspeicher arbeitet deutlich langsamer als der physikalische Speicher – kein Wunder, denn RAM-Module sind 10mal schneller als aktuelle SSDs, welche ihrerseits die Geschwindigkeit von herkömmlichen Festplatten deutlich übertreffen. Daher versuchen die Betriebssysteme, häufig benötigte Daten möglichst im physikalischen Speicher zu belassen.

Gerade bei älteren Rechnern, die noch mit relativ wenig RAM ausgestattet sind, stößt der physikalische Speicher allerdings schnell an seine Grenzen – besonders wenn mehrere Programme zur gleichen Zeit geöffnet sind, z.B. der Browser mit mehreren offenen Tabs, ein Bildbearbeitungsprogramm, der Mail-Client, die Tabellenkalkulation … In solchen Fällen werden auch häufig genutzte Daten in den virtuellen Speicher ausgelagert, was die Arbeit deutlich verlangsamt. Zudem begleitet dann häufig das Rattern der Festplatte jeden Wechsel zwischen den verschiedenen geöffneten Programmen – ein Signal dafür, dass ein Upgrade des physikalischen Speichers höchstwahrscheinlich effektiv für mehr Performance sorgen würde.

Schnelltest per Speicher-Informationsmodul – „Task-Manager“

Um diese Diagnose zu bestätigen, hilft ein Blick in das Speicher-Informationsmodul, das u.a. die Auslastung der beiden Arbeitsspeicher anzeigt – bei Windows der „Task-Manager“.

Den Task-Manager rufen Sie per Klick mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste am unteren Bildschirmrand auf. Alternativ erreichen Sie den Task-Manager – unabhängig von der Windows-Version – mit der Tastenkombination STRG+UMSCHALT+ESC.

TaskManager2

Unter dem Reiter „Leistung“ erhalten Sie einen Überblick über die Auslastung Ihres Systems in Echtzeit. Ist der physikalische Speicher erschöpft, so rutscht die blaue Linie unter „Verwendungsverlauf des physikalischen Reiters“ ganz nach oben. Die tabellarische Übersicht zum physikalischen Speicher gibt Aufschluss über das gesamte installierte RAM und seine Auslastung.

Um die Leistungsanzeige im Detail auszuwerten und einen genauen Wert des „fehlenden“ physikalischen Speichers zu erhalten, sind ausführlichere Messungen und Berechnungen notwendig– Begrifflichkeiten erklärt in diesem Zusammenhang unser Blog-Beitrag „Arbeitsspeicher – wozu brauche ich den?“. Unsere Empfehlung: Werden unter „Frei“ nur noch ein paar Handvoll Megabyte ausgegeben, dann macht ein Speicher-Upgrade auf Maximalwerte Sinn, damit das System wieder für einige Zeit den Anforderungen gewachsen ist.


„Seitenfehler“ bezeichnet keinen Defekt des Arbeitsspeichers!

Eine zusätzliche Übersicht über die Nutzung der Arbeitsspeicherressourcen erhält man per Mausklick und – je nach Windows-Version – Eingabe der Administratorkennung auf den Button „Ressourcenmonitor“ (alternativ erreichen Sie den Ressourcenmonitor per Klick auf „Start“ und Eingabe von „resmon.exe“ in das Suchfeld).

Ressourcenmonitor

Nicht in die Irre führen lassen sollte man sich von der Anzeige der „Seitenfehler“, denn sie sind kein Hinweis auf einen Funktionsfehler des Arbeitsspeichers.

Ein Seitenfehler (engl. page fault) tritt dann auf, wenn beispielsweise ein Programm auf einen Speicherbereich im Arbeitsspeicher zugreifen möchte, der sich in dem Moment aber nicht im RAM, sondern im virtuellen Speicher auf der Festplatte befindet. Das Betriebssystem veranlasst, dass der entsprechende Speicherbereich wieder in den physikalischen Speicher geladen wird, damit das Programm darauf zugreifen kann. Eine dauerhaft große Zahl angezeigter „Seitenfehler“ kann ein Hinweis auf einen Engpass im physikalischen Speicher sein, insbesondere wenn regelmäßig auch andere der hier geschilderten Symptome auftreten. Der Einbau von zusätzlichem Arbeitsspeicher würde die Performance in diesem Fall beschleunigen.

Arbeitsspeicher-Upgrade – aber richtig

Wie Sie Ihr System schnell und sicher mit mehr Arbeitsspeicher versorgen, erfahren Sie in unserer „Checkliste: Vier Schritte zum effektiven Arbeitsspeicher-Upgrade“ hier in unserem Blog.



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